Bereit bist du nie. Fang trotzdem an.

Personal Trainer demonstriert ein kurzes Krafttraining im Studio als Beispiel für effektive Workouts bei Zeitmangel.

Denkst du, du bist immer noch nicht bereit für dein Fitnessziel? Nun, du hast recht. Man kann nie wirklich bereit sein für etwas, das man noch nie gemacht hat – oder noch nie richtig gemacht hat.

 

Während ich das hier schreibe, helfe ich seit 20 Jahren Menschen dabei, ihre Fitnessziele zu erreichen. Und auch ich war nicht bereit. Auch wenn Fitness und athletisches Training mein Beruf sind, bringe ich mich immer wieder in Situationen, in denen ich nicht bereit bin. Aber ehrlich gesagt geht es dabei gar nicht wirklich um Bereitschaft. Öfter als man denkt versteckt sich hinter dem Aufschieben unserer Wünsche und Ziele einfach die Angst vor dem Scheitern.

 

Starte, ob du dich bereit fühlst oder nicht

 

Lass mich dir kurz eine Geschichte erzählen: Letztes Jahr habe ich mich in Extremwandern verliebt. Es war die perfekte Mischung aus meinem Ehrgeiz und meiner Liebe zur Natur und allem, was sie zu bieten hat. Also haben meine Frau und ich uns gemeinsam für unser erstes 30-km-Extremwandern-Event angemeldet. Nicht lange danach bin ich am 18.10.2025 den 60-km-Mammutmarsch in Stuttgart gelaufen.

 

Eine der Fragen, die ich mir nach dem Mammutmarsch Stuttgart gestellt habe: "Wie zum Teufel soll man 40 km mehr schaffen????" (100 km ist die längste Distanz, für die man sich beim Mammutmarsch anmelden kann.) In dem Momemt, für mich schien das unmöglich. Ich war nicht mal ansatzweise bereit, so etwas überhaupt zu versuchen.

 

Aber es gab Beweise dafür, dass viele andere das bereits geschafft hatten. Genauso gab es jede Menge "Beweise", warum das in meinem Fall nicht möglich sein würde. Natürlich war nichts davon wirklich wahr – es war nur mein Schweinehund, der versuchte, schlau zu sein.

 

 

Also habe ich mich am nächsten Tag für den 100-km-Mammutmarsch in Essen angemeldet – der fast ein Jahr später stattfinden sollte. Mein Vorteil als Fitnessprofi war, dass mir die Bedeutung der richtigen Vorbereitung bewusst war. Ich hätte wahrscheinlich früher bereit sein können, aber das "Verschieben" des Termins fühlte sich "richtiger" an. Ich habe es außerdem allen erzählt, mit denen ich regelmäßig Kontakt habe – so entstand zusätzlicher "doppelter Druck". Jetzt musste ich es durchziehen. Also begann die Vorbereitung.

 

Was hat das mit deinen Fitnesszielen zu tun?

Frag dich selbst: Schiebst du dein Fitnessziel wegen der Angst vor dem Scheitern auf – oder wegen echter Lebensumstände? Glaub mir, wir sind selten das besondere Schneeflöckchen, wenn es um Lebensumstände geht, und nein, es wird nie den perfekten Moment zum Anfangen geben.

 

Leider fangen viele Menschen erst an, wenn sie ihren persönlichen Tiefpunkt erreicht haben – ein gesundheitlicher Schock, ein Weckruf, ein Moment, in dem Warten keine Option mehr ist. Das muss nicht dir passieren.

 

Um fortzufahren: Die Vorbereitung lief alles andere als perfekt. Was meine ich mit "nicht perfekt"? Jede spezifische Aktivität braucht eine spezifische Vorbereitung. Bei langen Wanderungen bedeutet das, relativ häufig lange Wanderungen zu trainieren – und lange Wanderungen brauchen viele freie Stunden am Stück. Für mich sind ein bis zwei Stunden für körperliche Aktivität und Gesundheit nicht verhandelbar. Aber 7-8 Stunden plus Erholungszeit danach zu finden, ist etwas kniffliger – denn ich bin selbständig, meine Tage können sehr lang sein, und meine Wochenenden sind voll, weil ich lokale Fußballmannschafte betreue.

 

Aber ich finde, unperfekte Bedingungen sind großartig – weil sie mich zwingen, einen Weg zu finden. Improvisieren. Anpassen. Und dann schauen, was passiert.

 

 

Was hat das mit deinen Fitnesszielen zu tun?

Nun, ich habe kaum jemanden mit perfekten Bedingungen trainiert. Jeder meiner Klienten – eigentlich jeder Mensch, den ich persönlich kenne – hat seine eigene Lebenssituation. Nochmal: Deine Lebenssituation sollte dich niemals davon abhalten, einen Weg zu finden.

 

Und das erfordert vor allem eines – anzufangen. Zu testen. Zu improvisieren. Flexibel zu sein. Aber auch zu investieren. Nichts wird sich an deiner Fitness ändern, wenn dein Handeln gleich bleibt. Es braucht Einsatz. Wie meine deutschen Kollegen so schön sagen: "Von nix kommt nix." Das mag ich sehr.

 

Höhen und Tiefen

Nichts hat einen typischen Fitness-Werdegang – meinen eigenen eingeschlossen – jemals besser beschrieben als diese 21-Stunden-Wanderung.ereits eingebaut, und es hat einen echten Unterschied gemacht.

Höhenprofil des 100-km-Mammutmarsches Essen: 21 Stunden 18 Minuten, 102 km Distanz, 1.990 m Anstieg und 1.970 m Abstieg. Die Grafik zeigt einen stark wechselhaften Streckenverlauf.
Der Endgegner

Bild: Höhenmeter-Profil des "Endgegners" – der Spitzname für den Mammutmarsch in Essen. Ich kannte diesen Spitznamen nicht, als ich mich angemeldet habe. Ich habe schmerzhaft herausgefunden, warum er so heißt.

 

So sieht eine Fitness-Reise aus – viele Höhen und Tiefen. Man kann sich vorbereiten, und man sollte es auch. Aber erwarte nicht, dass es einfach wird. Das Leben wird dir Dinge entgegenwerfen, die du dir vorher nicht hättest vorstellen können. Aber nur weil du nicht weißt, was hinter der nächsten Kurve wartet, heißt das nicht, dass du den nächsten Schritt nicht machen solltest – egal wie groß oder klein, schnell oder langsam er ist.

 

Genau das habe ich getan, als es am schwersten war. Ich habe einfach den nächsten Schritt gemacht, um zu sehen, was passiert und was mich nach diesem Anstieg erwartet.

 

 

Was hat das mit deiner Fitness-Reise zu tun?

Egal, welches Ziel du hast – du wirst Höhen und Tiefen erleben. Und wenn es am härtesten ist, wenn du an deinem Tiefpunkt bist – mach einfach den nächsten Schritt. Du wirst überrascht sein, was dabei herauskommt.

 

Du suchst nach einem Trend, nicht nach einem einzelnen Datenpunkt. Solange der Trend eine Verbesserung zeigt, bist du auf dem richtigen Weg.

 

Ich wollte etwas schneller sein

Mein erstes Ziel war einfach, die Ziellinie zu erreichen. Und wenn ich mir vom Weihnachtsmann noch etwas extra wünschen dürfte, wollte ich die Linie eine Sekunde unter 20 Stunden überqueren. Ich bin in 21h17min ins Ziel gekommen. Das Einzige, was ich sagen kann, ist: Ich bin dankbar für die ganze Erfahrung. Null Enttäuschung.

 

Was hat das mit deinen Fitnesszielen zu tun?

Ich treffe jeden Tag Menschen mit Zielen wie Abnehmen – und alle haben etwas gemeinsam. Sie wünschen sich, dass der Prozess schneller geht.

 

Ungeduld ist normal, kann aber gefährlich sein. Großartige Dinge brauchen normalerweise Zeit. So wie man einen Kuchen nicht bei 360 Grad statt bei 180 Grad backen kann, damit er schneller fertig ist, kann man auch keine großartige Fitness – oder Figur – über Nacht aufbauen.

 

Immer wieder braucht es Geduld, einen guten Plan, kluge Arbeit, Höhen und Tiefen, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit.

Und was ist mit "Scheitern"? Solange du nicht aufgibst, hast du nicht versagt. Manche haben den Mammutmarsch beendet, manche nicht. Aber in meinen Augen hat niemand versagt. Mit 100 km und dieser ganzen Erfahrung im Rücken habe ich jetzt noch mehr Respekt vor allen, die dort angetreten sind.

 

Das Leben geht weiter, egal wie das aktuelle Ergebnis aussieht. Wir alle setzen unsere Reise fort. Wir sind dazu bestimmt, uns zu verbessern. Wir sind dazu bestimmt, weiter an uns zu arbeiten. Nur so können wir unsere körperliche und mentale Gesundheit verbessern und erhalten.

 

Mein Wort an dich: Fang an. Es ist okay, Angst zu haben. Es ist okay, Respekt vor der Herausforderung zu haben. Es ist auch okay, an manchen Momenten erschöpft zu sein. Du investierst diesen Einsatz in ein besseres Du.

 

Fang an... und mach weiter.

 


P.S. Werde Teil meines MT Training System – einer Community von Gleichgesinnten. Dort unterstützen wir uns gegenseitig. Wir fordern uns heraus. Wir arbeiten gemeinsam an besserer Fitness. Wir wachsen zusammen. Das ist das Schönste an der Community – und das Ganze ist komplett kostenlos.

 



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